Dieser Park ist älter als ich

Einige der Bäume in unserem Park haben meine Eltern selbst gepflanzt, vor Jahrzehnten, als sie hier auf dieser stillen Anhöhe über Vaduz vor rund sechzig Jahren ihre Lebensaufgabe begannen. Diese Bäume sind älter als ich, und sie wachen über diesen Ort weit länger als jeder von uns. Wenn man unter ihnen geht, spürt man diese Geschichte, ohne dass sie jemand erklären müsste.

Jahre später haben wir den renommierten Landschaftsarchitekten Enzo Enea gebeten, den Garten neu zu denken, nicht um zu ersetzen, was hier war, sondern um es zu würdigen. Er gab den alten Bäumen Raum zum Atmen, rahmte die Aussichten, die wir vielleicht gar nicht mehr wahrgenommen hatten, und liess das Adlernest so in das Grün einfügen, als hätte es schon immer dazugehört. Entstanden ist ein privater Park, der kein Programm braucht: Die Jahreszeiten erzählen die Geschichte. Hortensien im Hochsommer, das erste zarte Grün im Frühling, Kupfer und Gold im Herbst, und in jedem Monat das Schloss Vaduz irgendwo am Rande des Blicks.

Gäste sagen uns oft, der Park sei der Ort, an dem sie wirklich zur Ruhe kommen: eine Bank im Schatten, das Rheintal weit unten, Vogelgesang statt Benachrichtigungen. Es ist vielleicht der schönste Raum, den wir haben. Und er hat keine Wände.